BEGRIFFSERKLÄRUNG

Sie lernt jeden Tag durch den Halter erwünschtes Verhalten. Doch auch unerwünschtes Verhalten lernt sie, wenn der Halter nicht aufpasst. Denn auch wenn der Halter nicht aktiv mit ihr arbeitet, lernt sie, und zwar 24 Stunden am Tag!



SENSIBLE PHASE - ist ein genetisch festgelegter Zeitabschnitt.

Sie liegt zwischen der 3. und 8. Woche.
In dieser Phase wird sehr einprägsam und nachhaltig gelernt.
Somit hat sie einen großen Einfluss auf
- Motivationsbereich,
- Aggressionsbereitschaft,
- Bindungsfähigkeit,
- Geselligkeitsbedürfnis
- und die Fähigkeit sich in eine Gruppe einzugliedern.

Der Welpe muss in dieser Zeit viele verschiedene Reize erfahren, um seine Umwelt kennen zu lernen. Er wird nicht mit der Kenntnis seiner Artzugehörigkeit geboren.
Er weiß nicht, dass er ein Hund ist.
Die Reize werden derart dauerhaft ins Verhaltensrepertoire aufgenommen, dass sie später wie angeboren erscheinen.
Fehlen sie, kommt es zu sozialen Fehlentwicklungen und zu der Unfähigkeit, sich sozial anzupassen.


PRÄGUNG - ist eine nicht mehr umkehrbare Form des Lernens.

Sie liegt zwischen der 4. und 8. Woche.
In dieser Zeit wird der Welpe auf seine Artgenossen geprägt.
Die Prägung auf den Menschen setzt daher eine intensive Beschäftigung mit ihm voraus.
Das beinhaltet ... Spielen, Geruchs - und Lautkontakte aufnehmen und ihn an optische sowie akustische Einflüsse gewöhnen.

SOZIALISIERUNG - ist Anpassen an die Umwelt

Sie liegt zwischen der 8. und 16. Woche.
Mit Ende der 8. Woche ist es die beste Zeit, den Welpen in die neue Familie zu übergeben.
Die Hündin hat sich bereits weitgehend von ihrer Brut „abgenabelt“
und die Welpen kommen gut ohne sie zurecht.
Der Erkundungsdrang der Welpen wird immer größer.
In dieser Zeit sollte der Welpe durch die neue Familie an die Umwelt und deren Reize gewöhnt werden.
Der Halter setzt den Entwicklungsprozess der Sozialisierung fort.
In den Welpenstunden werden neue Reize gesetzt und sie erlernen den Umgang damit.
Es ist interessant zu erleben, wie schon im Welpenalter die Rangordnung gebildet wird.
Mobbing wird nicht toleriert und rücksichtslose Welpen müssen in ihre Schranken gewiesen werden.
Nichts sollte ihm erlaubt werden, was der erwachsene Hund später auch nicht darf.
Ziel ist ein entspannter Umgang mit anderen Hunden und die Vorbereitung auf sein Leben in menschlicher Gesellschaft.
Gemeinsame positive Erlebnisse stärken das Band zwischen Mensch und Tier und das kommt allen zu Gute.
Die Weitergabe von „Hundewissen“ ist eine wertvolle Tätigkeit pro Hund!


LERNEN FÜR DAS LEBEN - die Zeit nutzen

Es wäre ein Fehler, diese besondere Lernphase nicht auch zum erlernen erwünschter Verhaltensweisen zu nutzen.
Der Familienhund lernt die Grundanforderungen der Integration in die menschliche Gesellschaft.
Dazu gehören:
– Leinenführigkeit
– Signale solange ausführen, bis sie vom Hundehalter aufgehoben werden
– aus jeder Situation abrufbar zu sein

Das sind Grundlagen, die später ausgebaut werden müssen.
Der Hund erlernt die Grundpfeiler für sein späteres, entspanntes Leben.