Woher kommen eigentlich die Probleme?
Ich möchte Ihnen nur einige Ursachen nennen, die Auswirkungen auf das Verhalten haben können:
- keine oder ungünstige Prägung und Sozialisation in den ersten Wochen oder Monaten:
- z.B. war der Welpe zu wenig /zu vielen Reizen ausgesetzt
- genetisch bedingt:
- z.B. die Hunderasse ist über Jahrtausende zu einem bestimmten Zweck gezüchtet worden und zeigt ein bestimmtes Verhalten, ohne es ihm antrainiert zu haben (bewachen, jagen, usw.)
- (häufig) Erziehungsfehler durch den Halter:
- z.B. fehlende Erziehungsmaßnahmen im Welpenalter! Der Halter empfindet diese oft erst dann wichtig, wenn er merkt dass das Ziehen an der Leine heftiger, das Spielen unter Gleichgesinnten ernster und das Anspringen anderer Leute sehr sehr lästig wird. Der Halter merkt, dass sein Junghund die gegebenen Signale nicht befolgt und Korrekturmaßnahmen oftmals nicht akzeptiert.
- (häufig) Mißverständnisse zwischen Halter und Hund:
- z.B. wird ein Hund zur Korrektur im Nacken gepackt und geschüttelt. Der Hund kann diese Handlung als das "Beuteschütteln" mit Tötungsabsicht (Sequenz aus dem Jagdverhalten) verstehen, welches nicht unbedingt die Bindung zwischen Mensch und Hund stärkt!
mögliche problematische Verhaltensweisen
- Unsicherheit, Drang zur Flucht, Hyperaktivität
- Hund ist nicht abrufbar, weder im Garten noch auf dem Spaziergang
- Aggressivität gegenüber anderen Menschen oder Hunden, unerwünschtes Jagen, unaufhörliches Bellen, ungenügende Bindung zum Halter
Häufig ist zu beobachten, dass Menschen mit dem Verhalten ihres Hundes Probleme haben, obwohl der Hund nur ein ganz normales hundliches Verhalten zeigt.
Das kommt daher, dass die Menschen ganz anders als Hunde leben.
Ein Hund würde niemals einfach nur so spazieren gehen, so wie wir es tun: die Sonne genießen, oder vom Alltag abschalten.
Hunde gehen nach draußen, um auf Jagd zu gehen, um das Territorium mit Duftmarken abzustecken, oder um auf "Brautschau" zu gehen.